Wettbewerb: Die beste Frage zur Mutterkuhhaltung

Der Wettbewerb zur «besten Frage zur Mutterkuhhaltung» ist abgeschlossen.

Viele spannende Frage rund ums Thema Rind sind eingegangen - herzlichen Dank für Ihre Teilnahme!

In Kürze werden hier alle eingereichten Fragen und die Antworten der Expertinnen und Experten aufgeschaltet.


Wie funktioniert der beef-Fragen-Wettbewerb?

Auf www.beef.ch wurden im Sommer Fragen und Antworten zur Mutterkuhhaltung aufgeschaltet.

Alle Besucherinnen und Besucher der Website, der Facebook-Seite und der beef.ch an den fünf Standorten durften ihre Fragen an organisation@beef.ch oder mittels Online-Formular stellen. Die Fragen wurden aufgeschaltet und laufend durch kompetente Personen beantwortet.

Auf www.beef.ch konnte man darüber abstimmen, welche der veröffentlichten Fragen man die die verblüffendste, witzigste oder einfach interessanteste findet. Am letzten Tag der beef.ch Brugg-Windisch wurde die Abstimmung abgeschlossen und die «beste» Frage ausgezeichnet.

Für den Anfang wurden einige Fragen aufgeschaltet, die sich das beef.ch-OK ausgedacht hat. Diese Fragen nahmen nicht am Wettbewerb teil.

Beispielfragen

Haben Kühe im Freien nicht manchmal kalt?

Selten. Kühe und ihre Kälber empfinden das Wetter oft gerade dann als angenehm, wenn wir vor Kälte schlottern.

Für ausgewachsene Kühe und Stiere liegen die Temperaturen am besten zwischen 0 und 15 Grad, für junge Kälber zwischen 5 und 20 Grad. Auch mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommen Rinder gut zurecht. In anderen Ländern wie z.B. in Kanada bleiben sie deshalb oft das das ganze Jahr im Freien und halten dabei teilweise sehr tiefe Temperaturen wie minus 40 Grad aus. In der Schweiz werden Mutterkühe den Winter über meist in offenen Ställen gehalten, wo eine trockene, windgeschützte und eingestreute Liegefläche zur Verfügung steht.

Einer der Gründe, weshalb die ideale Umgebungstemperatur für Rindvieh tiefer liegt als für Menschen, ist ihr Verdauungssystem als Wiederkäuer. In den mikrobiellen Prozessen im Pansen (und im Dickdarm) wird nicht nur das Futter zersetzt, sondern gleichzeitig auch Wärme gebildet. Damit haben Rinder quasi eine zusätzliche „Heizung“.

Antwort: Daniel Flückiger, Mutterkuh Schweiz | Leiter Kommunikation

Was muss ich beachten, wenn ich Rindfleisch einfriere und wieder auftaue?

Fleisch sollte beim Tiefkühlen so schnell wie möglich durchfrieren, aber langsam im Kühlschrank auftauen.

Fleisch sollte so schnell wie möglich durchfrieren. Sonst werden die Zellwände beschädigt und es verliert beim Auftauen sehr viel Saft. Werden grössere Mengen auf einmal eingefroren, sollten die Fleischpackungen in möglichst nur einer Schicht im Tiefkühler ausgebreitet und portionenweise eingefroren werden.

Je fetter und kleiner geschnitten das Fleisch ist, desto weniger lang ist es haltbar. Fett wird auch bei sehr tiefen Temperaturen mit der Zeit ranzig.

Genauso wichtig wie das Einfrieren ist auch das fachgerechte Auftauen. Was schnell auftaut, verliert auch mehr Fleischsaft. Tiefgekühltes Fleisch soll grundsätzlich im Kühlschrank (ohne Verpackung und zugedeckt) aufgetaut werden.

Speziell gereifte Stücke (z.B. knochengereifte Edelstücke) oder geräuchertes Fleisch sollten nicht tiefgefroren werden.

Nach: Merkblatt „Fleischqualität frisch ab Hof“ des Landwirtschaftlichen Institut des Kantons Freiburg von Eva Flückiger, Evelyne Gabriel, Paula Furrer

Woran erkennt eine Kuh ihr Kalb?

Kurz nach der Geburt beginnt die Kuh ihr Kalb zu lecken. Das Kalb wird getrocknet, der Kreislauf des Kalbes angekurbelt und die Kuh prägt sich den Geschmack des Kalbes ein. Nun weiss die Kuh wie ihr Kalb riecht und sie kann es unter vielen Kälbern am Duft erkennen.

Die Kuh erkennt ihr Kalb aber auch am Aussehen und an seiner Stimme. Bei Entfernungen von mehr als 50 m oder schlechten Sichtverhältnissen nutzen die Kühe und Kälber ihre Stimmen um zueinander zufinden.


Antwort: Monica Bürgisser, Mutterkuh Schweiz

Können Kühe einen Sonnenbrand bekommen?

Ja, Kühe können einen Sonnenbrand bekommen. Aber…

Kühe bekommen nur in den seltensten Fällen vom an der Sonne liegen einen Sonnenbrand. Bekommt eine Kuh oder ein Kalb einen Sonnenbrand, ist das meist die Folge einer anderen, vielleicht bereits ausgeheilten Krankheit.

Wenn zum Beispiel ein Kalb über einen längeren Zeitraum an Durchfall leidet, kann es passieren, dass es die Haare im Bereich des Afters/der Hinterbeine verliert (das Fell wächst wieder nach, sobald das Kalb gesund ist). An diesen felllosen Stellen, kann das Kalb Sonnenbrand bekommen.

Eine andere Art des Sonnenbrandes ist die sogenannte Photodermatitis. Sie beruht auf der Überempfindlichkeit der Haut gegenüber Licht und führt bei den betroffenen Tieren bereits nach kurzem Sonnenbad zu Symptomen. Betroffen sind Körperstellen ohne Haare wie das Flotzmaul, die Zitzen oder auch die Augen.
Durch den Befall von Leberegeln kann die Leberfunktion gestört werden und eine Überempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht hervorgerufen werden.

Zur Behandlung von Sonnenbrand sollten die betroffenen Kühe mit ihren Kälbern im Stall untergebracht und mit entzündungshemmender Salbe eingestrichen werden.

Antwort: Monica Bürgisser, Mutterkuh Schweiz

Weshalb fressen Kühe ihre Nachgeburt?

Kühe fressen die Nachgeburt zum Schutz des neugeborenen Kalbes.

Der Geruch der herumliegenden Nachgeburt kann Raubtiere anlocken. Ist das Kalb frisch geboren und noch schwach, ist es eine leichte Beute. Das Verhalten der Kuh, die Nachgeburt gleich nach der Geburt zu fressen, hat in den letzten Jahren an Bedeutung verloren.

Einerseits kamen die Kälber oft im Stall zur Welt oder es gab keine Raubtiere. Durch die Wiederansiedlung oder das Einwandern von Luchsen, Wölfen aber auch Bären, dürfte das Verhalten der Kuh jedoch wieder an Bedeutung gewinnen.

Eine weitere Möglichkeit, weshalb die Kuh ihre Nachgeburt frisst, könnte deren Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen und Eiweissen sein. Darüber sind sich aber die Fachmänner und –Frauen nicht ganz einig.

Antwort: Monica Bürgisser, Mutterkuh Schweiz

Fressen Mutterkühe auch Unkraut wie Blacken, Nesseln oder Disteln?

Was eine Mutterkuh am liebsten frisst, ist von Rasse zu Rasse und von Tier zu Tier unterschiedlich.

Vor allem Tiere bestimmter Rassen wie Highland Cattle (schottische Hochlandrinder), Galloway oder Dexter fressen ohne weiteres Schilf, Binsen, Seggen, Brombeeren und Brennnesseln sowie weitere Pflanzen, die unerwünscht sein können. Hochlandrinder zerzausen zudem mit ihren langen Hörnern Büsche und kleine Bäume, was diese schädigt und mit der Zeit zum Verschwinden bringt. Das gleiche Verhalten ist bei behornten Dexter zu beobachten. Für viele Naturschutzprojekte ist die Beweidung mit Rindern ebenso effektiv wie das Mähen durch Menschen und Maschinen und bedeutend effizienter.

Bei Blacken und Disteln kommt es darauf an, wie alt, dürr, hart und stachelig sind. Ein Vorteil mancher Rinder ist vermutlich, dass sie dickere Schleimhäute haben als Tiere anderer Rassen.

Antwort: Daniel Flückiger, Mutterkuh Schweiz, in Absprache mit Walter Schluep, Highland Cattle Society Switzerland, und Peter Falk, Swissdexters

Wettbewerbfragen

1. Was ist der Vorteil von Mutterkuhhaltung? (Andrea, Meilen)

In der Mutterkuhhaltung bleiben Kuh und Kalb zusammen. So können sie ihr natürliches Verhalten ausleben.

Die Kuh kümmert sich um ihr Kalb, säugt und beschützt es. Das Kalb trinkt Milch vom Euter und schaut vieles von seiner Mutter ab, wenn es nicht gerade mit anderen Kälbern zusammen ist. Das Kalb wird immer selbständiger, je älter es wird. Es trinkt weniger Milch und frisst dafür mehr Heu, Gras oder Grassilage – je nach dem, was der Bauer/die Bäuerin ihm füttert.

Übrigens: Wenn man Kälbern aus Mutterkuhhaltung die Hand hinstreckt, saugen sie im Gegensatz zu Kälbern aus der Milchviehhaltung kaum daran, weil sie ihr Saugbedürfnis am Euter der Mutter stillen können.

Frage eingereicht: Andrea, Meilen (20.6.16)
Antwort:
Redaktion | Daniel Flückiger

2. Wie viele Bauernhöfe arbeiten mit Mutterkuhhaltung? (Simon, Teufenthal, und Adeline, Yverdon-les-Bains)

Insgesamt dürfte es in der Schweiz rund 6‘000 Mutterkuhbetriebe geben.

Mutterkuh Schweiz zählt heute, am 21. Juni 2016, 5‘279 Mitglieder, die Mutterkühe halten. Dazu kommt eine nicht genau bekannte Anzahl Mutterkuhbetriebe, die nicht Mitglied sind. 6‘000 Betriebe sind eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass erst in den 1970er Jahren die ersten Bauern in der Schweiz mit Mutterkuhhaltung angefangen haben.

Frage eingereicht: Simon, Teufenthal (20.6.16), Adeline, Yverdon-les-Bains (4.9.2016)

Antwort: Redaktion | Daniel Flückiger

3. Wie viele Mutterkühe gibt es in der Schweiz? (Anna, Schüpfen)

Die genaue Anzahl Mutterkühe in der Schweiz ist nicht bekannt. In der Tierverkehrsdatenbank wird bloss zwischen Milchkühen und „anderen Kühen“ unterschieden. Solche „anderen Kühe“ können neben Mutterkühen auch Ausmastkühe oder verstellte Galtkühe sein. Ihre Zahl war im April 2016 121‘802. Davon sind rund 88‘525 bei Mutterkuh Schweiz registriert (Stand April 2016).

Die Anzahl Mutterkühe in der Schweiz dürfte also zwischen 88‘000 und 120‘000 liegen.

Frage eingereicht: Anna, Schüpfen
Antwort: Svenja Strasser | Leiterin Fleischrinderherdebuch, Mutterkuh Schweiz

4. Wann gilt die Bezeichnung «Black Angus» und was ist der Unterschied zu «Angus»? (Irène, Hünenberg)

Die Angus Rinder, haben ihre Ursprünge im frühen 19. Jahrhundert in Schottland in den Provinzen Aberdeen und Angus. Es gibt schwarze und rotgefärbte Angus Rinder, die genetisch der gleichen Rasse entstammen. Der Unterschied zwischen Black Angus Cattle und Red Angus Cattle ist also nur die Haarfarbe, wobei die schwarze Farbe dominant vererbt wird. Aus diesem Grund gibt es weit mehr schwarze, also Black Angus Tiere. Ausser der Fellfarbe gibt es keinen Unterschied zwischen diesen Tieren.

Frage eingereicht: Irène, Hünenberg
Antwort: Urban Dörig | Präsident SwissAngus

5. Was ist eine abgehende Mutterkuh? (Pius, Schenkon)

Diese Frage kann unterschiedlich verstanden werden. Eine abgehende Mutterkuh, kann eine Kuh sein, die das sichere Gehege verlässt und ausbüxt. Das kann vorkommen, obwohl sich die Landwirte grösste Mühe geben, dass dies nicht geschieht.

Im Fachjargon versteht man unter dem Begriff „abgehende Mutterkuh“, eine Kuh, die geschlachtet wird.

Frage eingereicht: Pius, Schenkon
Antwort: Monica Bürgisser,
Thomas Baumann | Mutterkuh Schweiz

6. Warum muss die Kuh so früh gemolken werden? (Zoé, Bühl)

Kühe sollten in einem Turnus von ca. 12 Stunden gemolken werden. Darum werden die meisten Milchkühe morgens früh und am Abend gemolken. Das Euter produziert während dem ganzen Tag Milch. Je höher die Milchleistung eines Tieres ist, desto mehr Milch wird im Euter hergestellt. Je mehr Milch produziert wird, desto stärker füllt sich das Euter. Ist die Zwischenmelkzeit zu lang, wird das Euter so gross, dass es der Kuh Schmerzen bereitet. Anzeichen solch langer Zwischenmelkzeiten können unkontrollierter Milchfluss aus dem Euter sein.

Der moderne Bauer setzt heute immer öfters sogenannte Melkroboter in seinem Stall ein. So können die Kühe selbst entscheiden, wann sie ihre Milch abgeben wollen.

Bei den Mutterkühen ist dies jedoch kein Problem. Ihre Kälber haben den ganzen Tag Zugang zur Mutter und damit zum Euter. Dadurch entstehen keine Komplikationen mit langen Zwischensaugzeiten.

Frage eingereicht: Zoé, Bühl
Antwort: Monica Bürgisser, Thomas Baumann | Mutterkuh Schweiz

7. Warum trinken Kühe Urin? (Shina, Nidau)

Zu dieser Frage gibtes viele spekulative Antworten, jedoch ohne wissenschaftliche Fundierung.

Eine mögliche Antwort ist, dass die Tiere versuchen einen Salz- Kalium- oder Eisenmangel durch dieses Verhalten zu kompensieren.

Es könnte aber auch eine intensivere Kommunikationsmethode sein. Da Kühe über den Urin Hormonstoffe ausscheiden, werden diese von ihren Artgenossen via Geruch wahrgenommen. Eine intensivere Form dieser Informationsverarbeitung wäre die zusätzliche Aufnahme des Urins, wobei der Geschmacksinn zum Zuge kommt.

In Chat-Foren wird auch darüber spekuliert, ob die Kühe einander dieses Verhalten abschauen und nachahmen. Kuh Rösli trinkt Urin. Kuh Enzian schaut ihr dabei zu und säuft dann auch Urin.

In Indien wird Rinder-Urin als Heilmittel angepriesen. Dieser soll heilende Wirkung bei verschiedensten kleineren Krankheiten bis hin zu Leberleiden oder Krebskrankheiten zeigen. Vielleicht kennen Kühe diese Wirkung schon länger...Wissenschaftler bezweifeln jedoch diese heilenden Kräfte.

Frage eingereicht: Shina, Nidau
Antwort: Monica Bürgisser, Thomas Baumann | Mutterkuh Schweiz

8. Weshalb ist die Mutterkuhmilch besser als sonstige Milch für das Kalb? (Caterina, Allschwil)

Überlebenswichtig für das Kalb ist das Kolostrum, die erste Milch direkt von der Mutter, egal ob Mutterkuh oder Milchkuh. Im Kolostrum sind sehr viele Abwehrstoffe und Proteine. Diese Inhaltstoffe sind für die Immunabwehr des Kalbes sehr wichtig. Ohne diese Erstmilch sind die Kälber ohne jeglichen Schutz den Erregern ausgesetzt. Nach dieser Kolostrum-Versorgung kann das Kalb auch mit Milch von einer anderen Kuh aufgezogen werden.

Bei der Mutterkuhhaltung haben die Kälber uneingeschränkten Zugang zur Muttermilch direkt ab Euter. Die Gefahr, dass die Milch aufgrund unsachgemässer Handhabung durch den Menschen verunreinigt wird, besteht nicht. Trinken Kälber„verunreinigte“ Milch können sie an Durchfall erkranken. Jedes Mal wenn die Kuh mit (Krankheits-) Erregern in Kontakt kommt, bildet ihr Körper Antikörper. Diese Antikörper werden unter anderem über die Milch ausgeschieden – das Kalb wird auf natürliche Weise gegen diese (Krankheits-) Erreger geimpft.

Weiter werden durch das natürliche Saugen am Euter alle angeborenen Instinkte der Nahrungsaufnahme befriedigt.

Frage eingereicht: Caterina, Allschwil
Antwort: Monica Bürgisser, Thomas Baumann | Mutterkuh Schweiz

9. Wieso frisst die Kuh fast nichts, das der Mensch isst? (Jan, Bühl)

Kühe ernähren sich ausschliesslich von Pflanzen. Sie können die faserreiche Cellulose, die für den Menschen unverdaulich ist, in ihrem mehrhöligen Magen mit Hilfe einer grossen Pansenflora (Bakterien, Einzeller, Mikroorganismen) zersetzen. Diese Pansenflora ist ausschliesslich auf pflanzliche Nahrungsbestandteile spezialisiert. Aus diesem Grund sind Menus, wie wir sie auf unseren Tellern kennen, für Rinder nicht verdaulich.

Frage eingereicht: Jan,Bühl
Antwort: Monica Bürgisser, Thomas Baumann | Mutterkuh Schweiz

10. Warum gibt es beim Rind keinen Konsum-Speck, ähnlich wie bei Schweinen? (Alois, Egolzwil)

Weil ein Rind ein Fell mit Bindegewebe hat und die Brust ohne „Haut“ (Fell) z.B. für Siedfleisch verwendet wird. Ein Schwein hat als „Haut“ eine Schwarte mit Borsten, diese wird beim Schlachten nicht abgezogen, sondern nur von den Borsten befreit. Somit bleibt die Schwarte mit dem darunterliegenden Speck auf der Brust und aus dieser Brust wird dann Speck hergestellt, mit oder ohne Schwarte.

Frage eingereicht: Alois, Egolzwil
Antwort: Philipp End I Verkaufskoordinator Services KAM Frischfleisch, Bell AG

11. Wie propagiert man den österreichischen Tafelspitz auch in der Schweiz als Gastro-Hit? (Alois, Egolzwil)

In der Schweiz ist der Tafelspitz unter der Bezeichnung Siedfleisch bekannt und ein sehr beliebtes Fleischstück für die privaten- wie auch die Küchen der Restaurants. Der Metzger redet im Zusammenhang mit dem Siedfleisch vom Huftdeckel. Dieser ist je nach Wunsch mit mehr oder weniger Fett erhältlich. Die Bezeichung „Tafelspitz“ wird auch in der Schweiz immer beliebter und bekannter.

Frage eingereicht: Alois, Egolzwil
Antwort: Philipp End I Verkaufskoordinator Services KAM Frischfleisch, Bell AG

12. Wie oft kann eine Mutterkuh ein Kalb bekommen? (Andrea, Rotkreuz, und Hermann P., Stans)

Grundsätzlich gibt es keine Einschränkung. Solange eine Kuh gesund ist, kann sie Kälber kriegen. Natürlich ist dies auch abhängig von den Haltungsbedingungen. Mutterkuh Schweiz ehrt jedes Jahr die wirtschaftlichsten Kühe (bzw. Stiere) mit dem Herdbook-Award (die Listen dazu sind bei uns auf der Homepage aufgeschaltet). Es ist eine Auszeichnung für langlebige, fruchtbare und produktive Kühe und Stiere.

Ein Beispiel einer "fruchtbaren" Mutterkuh: Die Angus-Kuh CARAPUCE wird dieses Jahr 16 Jahre alt. Geboren wurde sie am 12. Oktober 2000, am 14. November 2002 hatte sie ihr erstes Kalb, am 16.12.2015 ihr letztes. Sie hat in ihrem Leben bereits 15 gesunde Kälber zur Welt gebracht, alle ihre weiblichen Nachkommen (ausser das erste Kalb) sind immer noch am Leben. Laut unserer Datenbank läuft CARAPUCE fleissig mit einem Herdenstier mit und wenn es gut kommt, wird sie im Jahr 2016 wieder ein Kalb haben :-)

Frage eingereicht: Andrea, Rotkreuz, und Hermann P., Stans
Antwort: Svenja Strasser | Leiterin Fleischrinderherdebuch, Mutterkuh Schweiz

13. Ab wann ist ein weibliches Rind eine Kuh? (Roland, Maur)

Ein weibliches Rind ist eine Kuh, sobald sie das erste Mal abgekalbt hat.
Der Ausdruck Rind wird vermehrt in der Deutschschweiz gebraucht. Je nach Region kann das Rind auch als Gusti, Färse, Märse,... bezeichnet werden.

Frage eingereicht: Roland, Maur
Antwort: Svenja Strasser | Leiterin Fleischrinderherdebuch, Mutterkuh Schweiz

14. Ab wann wird ein Kalb der Mutterkuh entzogen? Und warum? (Sabrina, Wattwil, Rosmarie, Davos, Simone, Oberwil, Bettina, Brugg, Johanna, Windisch)

Ein frischgeborenes Kalb einer Mutterkuh ernährt sich fast ausschliesslich von der Milch, die es am Euter trinkt. Es beginnt aber sofort, Gras und Heu zu fressen. Während das Kalb immer mehr Raufutter verzehrt, gibt die Kuh allmählich weniger Milch. Nach rund zehn Monaten ist das Kalb 300 bis 500 kg schwer und weitgehend selbständig. In diesem Alter wird das Kalb meistens von der Kuh getrennt – sei es für die Aufzucht als künftige Mutterkuh/Zuchtstier oder sei es zum Schlachten.

Die Kuh ist nachher einige Monate galt, d.h. dass sie keine Milch gibt und sich erholen kann. Meistens kalbt die Kuh etwa ein Jahr nach der Geburt eines Kalbs das nächste Mal.

Mutterkühe werden nicht gemolken. Will man Milch produzieren, muss man die Kälber von Anfang an ganz oder teilweise von den Kühen trennen. Kühe, die von ihren Kälbern getrennt und gemolken werden, nennt man Milchkühe.

Frage eingereicht: Sabrina, Wattwil, Rosmarie, Davos, Simone, Oberwil, Bettina, Brugg, und Johanna, Windisch

Antwort: Daniel Flückiger, Mutterkuh Schweiz | Leiter Kommunikation

15. Haben Sie schon einmal Kühe mit oberen Schneidezähne, wie auf dem beef.ch-Logo, gesehen? (Vincent, Corbeyrier)

Eine gute Frage. Es stimmt, dass wir für das Volksfest rund ums Rind eigentlich mit einem Pferdemaul-Logo werben.

2001 wurde im OK der beef.ch der Logo-Entwurf des Grafikers PhilippAebischer intensiv diskutiert. Es zeigte sich: Für die OK-Mitglieder ohne bäuerlichen Hintergrund machte es nichts aus, dass das abgebildete „Kuhmaul“ zu viele Zähne hatte. Sie fanden das Logo sympathisch, frech undwitzig. Und weil die beef.ch vor allem eine Veranstaltung für die Konsumentinnen und Konsumenten sein soll, liess sich schliesslich das ganze OK für das „falsch gezeichnete“ Logo überzeugen. Obwohl klar ist, dass Kühe keine oberen Schneidezähne haben.

Frage eingereicht: Vincent, Corbeyrier

Antwort:Daniel Flückiger, Mutterkuh Schweiz | Leiter Kommunikation

16. Gibt's das auch in Bio? (Robert, Altstätten)

Selbstverständlich. Bio-Fleisch aus Mutterkuhhaltung kann man unter der Marke Natura-Beef-Bio bei Coop oder bei Direktvermarktern kaufen.

Die naturnahe Mutterkuhhaltung und der biologische Landbau passen gut zusammen. Der Anteil Bio-Betriebe ist bei den Mitgliedern von Mutterkuh Schweiz mehr als doppelt so hoch wie in der gesamten Schweizer Landwirtschaft. Etwa jeder vierte Mutterkuhhalter ist bio.

Natura-Beef, das gleichzeitig die Anforderungen der Bio-Knospe erfüllt, wird mit der Marke Natura-Beef-Bio ausgezeichnet. Die Bauern erhalten einen Mehrpreis.

Frage eingereicht: Robert, Altstätten

Antwort:Daniel Flückiger, Mutterkuh Schweiz | Leiter Kommunikation

17. Weshalb verhalten sich Rindviecher bisexuell? (Marc, Ettenhausen)

Das Aufhocken von Kühen auf andere Kühe (in der Frage als bisexuell bezeichnet) gehört zum Brunstverhalten. Ist eine Kuh stierig/ brünstig, versucht sie andere Kühe zu bespringen und wird bei weiter fortgeschrittener Brunst von den anderen Kühen besprungen. Bleibt die besprungene Kuh ruhig stehen und lässt sich bespringen, ist dies ein Zeichen der sicheren Brunst und wird als Duldungsreflex bezeichnet.

Frage eingereicht: Marc, Ettenhausen
Antwort: Svenja Strasser und Meike Wollenberg | Mutterkuh Schweiz

18. Wie viele Liter Milch geben Mutterkühe? (Sonia, Dompierre, und Mateo, Nussbaumen)

Während man bei Milchkühen die Milchleistung ziemlich genau messen kann, wird die Milchleistung bei Mutterkühen aufgrund des Wachstums der Kälber eher geschätzt. Man nimmt Milchleistungen zwischen 1500 bis 5000 Liter pro Jahr an. Wenn man davon ausgeht, dass ein Kalb während 10 Monaten bei der Kuh trinkt, ergibt das ca. 5–15 Liter täglich. Kühe, welche eine Milchkuh als Mutter und einen Fleischrassen-Stier als Vater haben, geben in der Regel mehr Milch, als reinrassige Tiere.

Frage eingereicht: Sonia, Dompierre, und Mateo, Nussbaumen

Antwort: Monica Bürgisser | Mutterkuh Schweiz

19. Von welcher Rasse werden weltweit am meisten Mutterkühe gehalten? (Cédric, Estavayer-le-Lac)

Es gibt keine exakten Daten, wie viele Mutterkühe von welcher Rasse weltweit gehalten werden. Gelegentlich als eine der weltweit am häufigsten gehaltenen Rassen bezeichnet werden Hereford, Simmental und Angus. Gerade in heissen Ländern, wo es heute auch sehr viel Rindvieh gibt, sind Zebu wie z.B. die Brahman-Rasse stark verbreitet.

Frage eingereicht: Cédric, Estavayer-le-Lac

Antwort: Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

20. Könnte man nicht noch mehr darauf aufmerksam machen, dass über drei Viertel der Landwirtschaftsfläche in der Schweiz nur durch Wiederkäuer wie Rindvieh, Schafe und Ziegen genutzt werden kann? (Michel, Marchissy)

Die Frage ist berechtigt. Von den 1,5Mio. Hektaren, die in der Schweiz land- und alpwirtschaftlich genutzt werden, ist auf 1,2 (80%) aus topografischen und klimatischen Gründen nur Graswirtschaft möglich. Ohne Nutztiere wie Kühe, Schafe oder Ziegen könnten auf diesen Flächen keine Lebensmittel erzeugt werden. Es ist deshalb sinnvoll, wenn wir in der Schweiz Fleisch aus Gras konsumieren. Wir belasten die Umwelt und die Armen in anderen Ländern so weniger, als wenn wir z.B. importierte Avocados, Palmfett- oder Sojaprodukte essen.

Frage eingereicht: Michel, Marchissy

Antwort: Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

21. Ist es sinnvoll, Luzerne aus Spanien zu importieren, um in der Fütterung Mais zu ersetzen und die GMF-Vorschriften zu erfüllen? (Francis, Nods)

Mutterkuh Schweiz setzt auf eine naturnahe und tierfreundliche Freilaufhaltung mit täglichem Weidegang im Sommer und Auslauf im Laufhof im Winter. Dazu gehört ein hoher Grasanteil in der Fütterung, denn auf der Weide fressen die Tiere Gras.

Während Jahrzehnten war es selbstverständlich, dass Mutterkühe und ihre Kälber ganz oder fast ausschliesslich Wiesen- und Weidefutter erhalten. In den letzten Jahren wurden gewisse Fütterungsvorschriften notwendig. Für die Markenprogramme von Mutterkuh Schweiz ist deshalb die Fütterung von Soja verboten und es ist obligatorisch,beim Programm Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) des Bundes mitzumachen.

Zur Luzerne aus Spanien: Selbstverständlich wäre es nicht sinnvoll, wegen der GMF-Vorschriften Mais vom eigenen Betrieb mit importierter Luzerne zu ersetzen. Es ist aber auch nicht davon auszugehen, dass das in nennenswertem Umfang geschieht. Untersuchungen bei Milchbetrieben zeigen, dass Betriebe mit einem hohen Grasanteil im Durchschnitt weniger betriebsfremdes Futter kaufen als andere. Es spricht vieles dafür, dass das in der Mutterkuhhaltung auch so ist.

Frage eingereicht: Francis, Nods

Antwort: Daniel Flückiger | LeiterKommunikation, Mutterkuh Schweiz

22. Warum haben Kühe einen Schwanz? (Christophe, Montet)

Der Schwanz hat je nach Tierart eine ganz unterschiedliche Funktion: Während Affen ihre Schwänze wie eine fünfte Hand zum Klettern brauchen, verteilen Nilfperde mit ihrem kurzen Schwanz den Kot, um ihr Revier zu markieren. Pferde und Kühe brauchen ihre Schwänze um Insekten zu vertreiben.

Der Schwanz ist aber auch ein Kommunikationsmittel: sind Kühe genervt oder gestresst, schlagen sie mit dem Schwanz hin und her. Herumtollende Kälber und Kühe strecken ihre Schwänze freudig in die Luft. Und ein Kalb, welches bei seiner Mutter trinkt, wedelt zufrieden.

Frage eingereicht: Christophe,Montet

Antwort: Monica Bürgisser | Mutterkuh Schweiz

23. Haben die Jungzüchter die Möglichkeit und die Mittel, Mutterkuhhaltung zu betreiben? (Yvan, Lausanne)

Die meisten Teilnehmenden des Jungzüchterwettbewerbs sind in einer Mutterkuhhalter-Familie aufgewachsen. Häufig haben sie Aussichten, später einmal den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Einige der Teilnehmer in Seigneux haben dies sogar bereits gemacht und führen selber einen Mutterkuhbetrieb.

Daneben ist der Wettbewerb offen für Kinder oder Jugendliche, die nicht aus einer bäuerlichen Familie kommen. Voraussetzung ist natürlich, dass ihnen jemand ein Tier zur Verfügung stellt, mit dem sie üben und am Wettbewerb auftreten können.

Frage eingereicht: Yvan, Lausanne

Antwort: Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

24. Weshalb ist die Abkalbebox obligatorisch? (Martial, La Sagne)

Bei Verhaltensstudien auf der Weide ist zu beobachten, dass sich das Verhalten einer Kuh vor der Geburt verändert. Sie wird scheuer und sondert sich von der Herde ab.

Mit einer separaten Abkalbebucht im Stall wird diesem Absonderungsverhalten Rechnung getragen. Die Kuh findet in der Abkalbebox Ruhe und es gibt genügend Platz für die Geburt. Ausserdem kommt der Landwirt bzw. der Tierarzt bei Problemen leichter an die Kuh heran. Nach erfolgter Geburt kann die Kuh ihr Kalb ungestört trocken lecken, das Kalb kann erste Gehversuche unternehmen und Milch bei der Mutter trinken. Die Bindung Mutterkuh-Kalb wird gefestigt, bevor die Tiere zurück in den Herdenverband integriert werden.

Frage eingereicht: Martial, La Sagne

Antwort: Meike Wollenberg | Leiterinbeef control

25. Welche Kuh ist auf der Alp die stolzeste? (Joseph, Bex)

In einer Kuhherde gibt es immer eine Leitkuh. Wenn Kühe von mehreren Betrieben auf einer Alp zusammenkommen, müssen sie zuerst die Rangordnung neu definieren. Eine Art die Rangordnung neu festzulegen, ist der Kampf. Nur die wenigsten Unstimmigkeiten werden aber im Kampf entschieden, vieles wird durch die Körperhaltung der Kühe geregelt. Die Leitkuh ist eine stärkere, grössere, erfahrene und oft auch ältere Kuh.

Frage eingereicht: Joseph, Bex

Antwort: Monica Bürgisser | Mutterkuh Schweiz

26. Bewirkt die Mutterkuhhaltung mehr Respekt gegenüber dem Rindvieh als die Milchviehhaltung oder die Mast? (Lionel, Vulliens)

In der Mutterkuhhaltung können Kühe und Kälber ihr natürliches Verhalten stärker ausleben als in anderen Haltungsformen. Dies zum Wohl der Tiere. Die Mutterkuhhaltung verlangt aber eine hohe Beobachtungsgabe, damit der Züchter die Tiere gut kennt. Das ist sicher eine gute Voraussetzung für einen gesunden Respekt gegenüber dem Rindvieh.

Wie viel und wie angemessenen Respekt jemand hat, hängt aber auch vom Tierhalter ab. Wir möchten auch festhalten, dass alle Formen der Rindviehhaltung eine hohe Achtung gegenüber den Tieren verlangen.

Frage eingereicht: Lionel, Vulliens

Antwort: Daniel Flückiger | MutterkuhSchweiz

27. In welchem Jahr wurden die ersten Mutterkühe gehalten? (Romain, Gingins)

1968 hat die ETH Charolais-Rinder aus Frankreich importiert. Das war der in der Öffentlichkeit ersichtliche Start mit Fleischrindern in der Schweiz. In der gleichen Zeit haben einige Pioniere, u.a. Anne und Hans Burger, Betriebe mit Mutterkühen via Ankauf von Kreuzungskälbern aus den Milchviehbetrieben aufgebaut. Im Raum Fribourg (Burger’s) und im Raum Luzern (Walter Unternährer – Ziel Ammenkuhhaltung) sind dann vom Bund unterstützte Projekte zur Erhebung der produktionstechnischen und betriebswirtschaftlichen Daten gelaufen. Ich habe 1974 als Verantwortlicher für die Viehwirtschaft bei der heutigen Agridea (damals Beratungszentralstelle Küsnacht) den ersten Kurs für Berater und Landwirtschaftslehrer zum Thema „Mutterkuhhaltung / Weidemast“ organisiert.

Eine stärkere Entwicklung trat ein mit dem Lauf der beiden Projekte und dank Umstellungsbeiträgen von der Milch- auf die Mutterkuhhaltung, bezahlt aus der Milchrechnung zur Entlastung der Butterberge und Milchseen – nota bene vor der Einführung der Kontingentierung.

1977 wurde die SVAMH in Tägerig AG gegründet von rund 35 Mutterkuhhaltern und weiteren Interessierten.

Frage eingereicht: Romain, Gingins

Antwort: Ivo Wegmann | Gesamt-OK-Präsident beef.ch, Gründungsmitglied und erster Geschäftsführer der SVAMH

28. Ist Mutterkuhhaltung auch auf der Alp möglich? (Judith, Luzern)

Der Schwerpunkt der Mutterkuhhaltung in der Schweiz liegt im Hügel- und Berggebiet. Es liegt deshalb nahe, Mutterkühe auf die Alp zu geben.

Je nach Alp und Heimbetrieb können die Bedingungen sehr unterschiedlich sein. Zu beachten ist, dass Konflikte mit Wanderern vermieden werden, Abkalbungen in einem geeigneten Umfeld stattfinden und die Kühe genügend gutes Weidefutter finden, um Milch für die Kälber zu geben. Bei Mutterkuh Schweiz ist ein Leitfaden „Alpung von Mutterkühen“erhältlich.

Frage eingereicht: Judith, Luzern

Antwort: Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

29. Wie viel kostet eine Kuh? (Alen, Luzern)

Die Preise können je nachdem sehr unterschiedlich sein. In der Schweiz kostet eine gute, junge Milchkuh (ca. 550 – 650 kg) 3‘300 bis 3‘500 Franken. Ein Fleischrind je nach Rasse (500 – 800 kg) kostet zwischen 3‘600 und 4‘500 Franken.

Frage eingereicht: Alen, Luzern

Antwort: Hans Ziswiler | ViancoAG

30. Wer hat Beef Erlebnis Rind erfunden? (Felix, Küssnacht a.R.)

Nachdem der Vorstand von Mutterkuh Schweiz auf Antrag von OK-Präsident Ivo Wegmann entschieden hatte, 2016 keine beef.ch als „Weidfäscht auf dem Pfannenstiel“ durchzuführen, war ein neuer Slogan gefragt.

Das OK einigte sich zuerst auf „beef.ch – Erlebnistage rund ums Rind“. Walter Bühler von Schwarzenberg, der das neue Logo grafisch gestaltete, schlug jedoch „Erlebnis Rind“ vor. Diese einfache und kurze Formulierung überzeugte das OK. Auf Französisch heisst es übrigens: „Le boeuf de B à Z.“

Frage eingereicht: Felix, Küssnacht am Rigi

Antwort: Daniel Flückiger | Mutterkuh Schweiz

31. Ist eine Kuh ohne Hörner eine richtige Kuh? (Hermann P., Stans)

Eine Kuh ist auch ohne Hörner eine richtige Kuh. Höhlenzeichnungen aus der Steinzeit zeigen, dass es schon bei den wildlebenden Auerochsen hornlose Tiere gab. Bei den domestizierten Rindern kennt man ebenfalls seit Menschengedenken solche mit und solche ohne Hörner.

In Mitteleuropa war früher neben der Milch und dem Fleisch auch die Zugleistung ein Zuchtziel. Fürs Anspannen unter dem Joch brauchte es Kühe (oder Ochsen) mit Hörnern. Deshalb sind wir in der Schweiz traditionell an Kühe mit Hörnern gewohnt. In anderen Teilen der Welt gibt es schon länger hornlose Rassen. Von Natur aus kommen Kühe mit und ohne Hörner vor und haben ihre Berechtigung.

Frage eingereicht: Hermann, Stans

Antwort: Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

32. Wie viel Wasser trinkt eine Kuh? (Rosa, Hergiswil)

Wie viel Wasser eine Kuh trinkt, ist je nach Milchleistung, Wetter und Wassergehalt des Futters (Gras, Heu) unterschiedlich. Ganz grob kann man sagen, dass eine Kuh etwa 50 Liter Wasser pro Tag trinkt.

Frage eingereicht: Rosa, Hergiswil

Antwort: Daniel Flückiger | Mutterkuh Schweiz

33. Wie viel Fleisch gibt eine ausgewachsene Kuh? (Peter, Sempach)

Grösse und Gewicht der verschiedenen Rinderrassen sind sehr unterschiedlich. In der Schweizer Mutterkuhhaltung reicht die Bandbreite von Dahomey-Kühen ab 150 kg Lebendgewicht bis zu Blonde d’Aquitaine und Charolais-Kühen, die fast eine Tonne schwer werden können. Deshalb kann auch der Fleischertrag sehr verschieden sein.

Eine durchschnittliche Mutterkuh kommt etwa auf 350 kg Schlachtgewicht, was etwa 245-250 kg Fleisch entspricht.

Frage eingereicht: Peter, Sempach

Antwort: Daniel Flückiger | MutterkuhSchweiz

34. Wieviel wiegt ein Natura-Beef, wenn es geschlachtet wird? Anteil Fleisch? Werden auch andere Sachen genutzt, z.B. Fell, Knochen etc., z.B. auch in der Medizin? (Heidi, Rothenburg)

Ein Natura-Beef wiegt rund 400 kg, wenn es geschlachtet wird. Das ergibt ein sogenanntes Schlachtgewicht von etwa 220 kg, in dem jedoch noch Knochen enthalten sind. Damit bleiben schliesslich etwa 150 kg verkaufsfertigesFleisch. Alles andere, wie Fell, Knochen und Innereien wird so gut wie möglich verwertet– sei es für Leder, Petfood (Tierfutter) oder anderes. Gewisse Teile schliesslich müssen aufgrund der lebensmittel- und umweltrechtlichenVorschriften in den Kehrichtverbrennungsanlagen entsorgt werden.

Frage eingereicht: Heidi, Rothenburg

Antwort: Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

35. Wenn sich eine Kuh in einer Herde nicht mehr um ihr Kalb nicht mehr kümmern kann, übernehmen dann andere Mutterkühe diese Aufgabe?

Vollständige Frage: "Adoption": Wenn sich eine Kuh in einer Mutterkuh-Herde nicht mehr um ihr Kalb kümmert resp. nicht mehr kümmern kann, aus welchen Gründen auch immer, übernehmen dann (automatisch, ohne weiteres Eingreifen von Menschen) andere Mutterkühe diese Aufgabe, so wie man das z.B. von Elefanten kennt, wo sofort Tanten einspringen?

Esgibt Kühe, die auch andere als ihre eigenen Kälber am Euter saugen lassen.Manche Bauern geben solchen Kühen gezielt ein zweites Kalb. Man spricht dannvon Ammenkuhhaltung.

Dasseine Kuh von sich aus ein mutterloses Kalb adoptiert, kommt sehr selten vor. Esist jedoch möglich und schon geschehen – auch bei Rassen, bei denen die Kuhsonst nur ihr eigenes Kalb saugen lässt und fremde Kälber wegscheucht.

Frageeingereicht: Michael, Hausen

Antwort:Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

36. Wie lange besteht der Grenzschutz für Fleisch noch? (Julien, Hohenrain)

Diese Frage kann nicht abschliessend beantwortet werden. In der Vergangenheit gab essowohl Zeiten, in denen der grenzüberschreitende Handel zunahm, wie auchsolche, in denen die Produktion verstärkt auf die inländische Nachfrageausgerichtet wurde. In welche Richtung es in den nächsten paar Jahren geht, ist schwierig zu sagen.

Frage eingereicht: Julien, Hohenrain

Antwort:Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

37. Welche Rinderrasse ergibt die höchsten Tageszunahmen mit überständigem Gras/ext. Heu (Rémy, Hornussen)

Damit Mutterkühe genügend Milch für ihreKälber geben und diese an Gewicht zulegen, ist eine gewisse Nährstoffdichte imFutter notwendig. So robust und genügsam insbesondere Tiere gewisser Rassen wieHighland Cattle, Galloway oder Dexter auch sind, so können sie doch mit ausschliesslichüberständigem Gras und altem Ökoheu – falls überhaupt –nur sehr langsam wachsen.

Frage eingereicht: Rémy, Hornussen

Antwort: Daniel Flückiger | MutterkuhSchweiz

38. Warum ist die Mutterkuh so wichtig? (Erza, Brugg, und Selda, Brugg))

DieKuh ist so wichtig, weil sie uns mit ihrer Milch und ihrem Fleisch nährt – undzwar gerade dort, wo zu wenig pflanzliche Nahrungsmittel wie Kartoffeln,Getreide oder Bohnen erzeugt werden können, um die Bevölkerung zu ernähren. Wasdort nämlich meistens reichlich wächst, ist Gras. Und Gras ist, was die Kuhfrisst. In der Schweiz und in anderen Ländern gibt es sehr viele Gegenden, indenen hauptsächlich Gras wächst.

DieMutterkuh gibt keine Milch, die wir Menschen trinken können. Ihre Milch ist fürdas Kalb reserviert. In der Mutterkuhhaltung entsteht deshalb alsNahrungsmittel für die Menschen ausschliesslich Fleisch. Fleisch, das ebenfallsmit Gras erzeugt wird. Dafür können die Kuh und das Kalb so zusammenleben, wiesie es am liebsten haben. Die Mutterkuh ist darum auch wichtig, weil wir –indem wir sie mit dem Kalb zusammenleben lassen – ihr Respekt gegenüber bringenund sie möglichst bald behandeln. Nach dem Motto: Wenn wir Tiere schon nutzen,dann sollen sie es auch gut haben.

Frageeingereicht: Erza und Selda, Brugg

Antwort:Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

39. Wie baden die Kühe, wenn sie dreckig sind? (Eliona, Brugg)

Kühekönnen nicht einfach unter die Dusche stehen oder sich in die Badewanne setzenwie wir Menschen. In vielen Ställen sind Kratzbürsten aufgehängt, an welchensich die Kühe kratzen und bürsten können. Wenn eine Kuh richtig schmutzig ist,muss sie der Landwirt entweder mit einer Bürste oder dann mit Wasser waschen.

Frageeingereicht: Eliona, Brugg

Antwort:Monica Bürgisser | Mutterkuh Schweiz

40. Wie heisst das Kalb vom Angus-Stier? (Adrian, Safenwil)

DerAngus-Stier an der beef.ch Brugg-Windisch hatte natürlich anders als die Kühekein eigenes Kalb dabei. Er gibt auch nicht Milch, die ein Kalb trinken könnte. Wir haben aber vergessen,auf dem aufgehängten Blatt mit den Angaben zum Stier die vorformatierte Zeilemit den Angaben zum Kalb zu löschen.

Frageeingereicht: Adrian, Safenwil

Antwort:Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

41. Wird die beef.ch von einer Organisation oder von Privaten durchgeführt? (Sabira, Windisch)

Diebeef.ch wird vom Verein Mutterkuh Schweiz durchgeführt. In diesem Verein sindrund 5‘500 Bauern Mitglied. Für die beef.ch Brugg-Windisch haben wir ein OK mitneun Personen gegründet, das im Auf- und Abbau sowie während der Veranstaltungvon etwa 150 Helfern, hauptsächlich Mitgliedern, unterstützt worden ist.

Frageeingereicht: Sabira, Windisch

Antwort:Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

42. Welche Rassen eignen sich für Mutterkuhhaltung? (Annette, Bözberg)

Fürdie Mutterkuhhaltung eigenen sich ganz verschiedene Rassen. Es gibt ganz kleineRassen wie Dexter, welche vor allem im Berggebiet eingesetzt werden bis hin zugrossen Rassen wie Charolais, Limousin oder Angus. Das Spektrum dereingesetzten Rassen ist gross und variiert von Betrieb zu Betrieb. Wichtig ist,dass die Rasse anhand der betrieblichen Umstände ausgewählt wird und nichtumgekehrt.

Frageeingereicht: Annette, Bözberg

Antwort:Monica Bürgisser | Mutterkuh Schweiz

43. Kommen die Kleinen mit Hörnern auf die Welt? (Emilia, Windisch)

Es wäre sicher unangenehm für die Kühe,wenn die Kälber bereits mit Hörnern auf die Welt kämen. Zum Glück ist das nichtder Fall und die Hörner wachsen erst nachher – falls überhaupt. Es gibt auch Rassenwie Angus oder Galloway, denen keine Hörner wachsen. Und bei den anderenKälbern wird teilweise der Hornansatz so behandelt, dass das Horn nicht wächst.

Frage eingereicht: Emilia, Windisch

Antwort: Daniel Flückiger | LeiterKommunikation, Mutterkuh Schweiz

44. Können die Kühe zwei Junge aufs Mal kriegen? (Johanna, Bremgarten)

Ja, das können Kühe. Die Anzahl derZwillingsgeburten hat in den letzten Jahren zugenommen. Je nach Quelle sindrund 10% aller Geburten Zwillinge. Seltener, aber auch möglich sind sogarDrillingsgeburten.

Frage eingereicht: Johanna, Bremgarten

Antwort: MonicaBürgisser | Mutterkuh Schweiz

45. Wieso sind gewisse Kuh-Rassen besser für Mutterkuhhaltung geeignet als andere? (Sabrina, Oberwil)

Verschiedene Kuhrassen wurden über vieleJahrzehnte auf ganz verschiedene Merkmale gezüchtet. Je nach Region undBestimmung der Kühe waren andere Merkmale wichtig: Milchkühe sollten möglichstviel Milch produzieren, die Fleischleistung rückte immer mehr in denHintergrund. Mutterkühe hingegen mussten robust sein, da sie oft draussen undextensiv gehalten wurden. Sie mussten mit Gras-Fütterung eine guteFleischleistung erreichen und ihre Kälber gegen allfällige Wildtiere schützen.

Frage eingereicht: Sabrina, Oberwil

Antwort: Monica Bürgisser | BereichHerdebuch, Mutterkuh Schweiz

46. Schmeckt Mutterkuhmilch gleich wie Milchkuhmilch? (Claudia, Bättwil)

In der Mutterkuhhaltung ist die Milchder Kuh ganz fürs Kalb reserviert. Deshalb können Mutterkuhbetriebe auch keineMilch verkaufen. Was es gibt, ist die muttergebundenen Aufzucht in derMilchproduktion. D.h. dass Betriebe, die ihre Kühe melken, zu bestimmten Zeitenoder in bestimmten Gruppen die Kälber ebenfalls bei den Kühen saugen lassen. DieseBetriebe sind aber nicht bei Mutterkuh Schweiz angeschlossen.

Ob die Milch einer Kuh einen anderenGeschmack erhält, wenn anstelle der Melkmaschine das Kalb daran saugt, wurdemeines Wissens noch nie untersucht. Analysen der Milch von Mutterkühen habengezeigt, dass die Eiweiss- und Fettgehalte ihrer Milch sehr unterschiedlichsind, dass sie hygienisch (Zellzahlen) aber einwandfrei ist.

Frage eingereicht: Claudia, Bättwil

Antwort: Daniel Flückiger | LeiterKommunikation, Mutterkuh Schweiz

47. Wie soll ich vorgehen, wenn ich in der Wildnis eine tote Kuh auffinde? (Silas, Hausen)

Vollständige Frage: Wie soll ich vorgehen, wenn ich in der Wildnis eine tote Kuh auffinde, und wie kann ich den grössten Ertrag daraus erzielen?

Antwort:

WennSie in der Wildnis – also z.B. in Kanada oder in Sibirien – eine tote Kuhauffinden, sollten Sie einen Bogen darum machen und weiter wandern.

Frageeingereicht: Silas, Hausen

Antwort:Daniel Flückiger | Leiter Kommunikation, Mutterkuh Schweiz

48. Wie lange dauert die Geburt eines Kalbes durchschnittlich? (Jamina, Gebenstorf)

Die effektive Geburt wird in mehrerePhasen unterteilt: in der Öffnungsphase sondert sich die Mutter von der Herdeab und sucht sich einen Platz zum Abkalben. Die Fruchtblase weitet die Geburtswegeauf – sie macht Platz für das Kalb. Die Öffnungsphase dauert (je nach Angabe)zwischen 6-16 Stunden. Als nächstes folgt die Aufweitungsphase: die Fruchtblaseplatzt und die Füsse des Kalbes werden sichtbar, es folgt der Kopf. Diese Phasekann bei Kühen 1-3 Stunden dauern, bei Rindern sogar 4-6 Stunden. Ist der Kopfsichtbar, geht es normalerweise nun sehr schnell (ca. 15 Minuten) und das Kalbist auf der Welt.

Da die einzelnen Phasen von Tier zu Tiersehr unterschiedlich lang sein können, ist es schwierig zu sagen, wie langeeine durchschnittliche Geburt dauert.

Frage eingereicht: Jamina,Gebenstorf

Antwort: Monica Bürgisser | MutterkuhSchweiz

49. Stammt die Limousin(e) vom Auto ab? (Nicole, Scherz)

Lustige Frage! Eigentlich eher umgekehrt,aber auch nicht ganz. Die Limousin-Rasse hat ihren Namen von der RegionLimousine in Zentralfrankreich und wurde ursprünglich vor allem als starkesZugtier gezüchtet.

So wie die Limousin-Rinder gab es in dieser Gegend vor derErfindung des Automobils auch einen Kutschentyp namens Limousine. Von denLimousine-Kutschen, die allerdings meistens von Pferden gezogen worden seindürften, wurde die Bezeichnung bereits früh für bestimmte Automobile übernommenund erhielt schliesslich die heutigen, umgangs- und fachsprachlichen Bedeutungen.

Frage eingereicht: Nicole, Scherz

Antwort: Daniel Flückiger | LeiterKommunikation, Mutterkuh Schweiz

50. Findet dieser Anlass nächstes Jahr auch in Brugg statt? (Daniel, Scherz)