News Februar 2018

Die ersten Kühe sind auf dem Weg an die beef.ch

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Sie wissen bereits, wie die Kuh läuft? Lesen Sie in diesem Newsletter, warum Sie unbedingt wieder mal ein Wochenende im Tessin verbringen sollten, woran eine Kuh ihr Kalb erkennt, wo Sie hören können, weshalb Kühe keine Klimakiller sind... und vieles mehr. Viel Spass bei der Lektüre und an unseren Veranstaltungen!

→ Rund um die beef.ch in Agno
→ Stallgespräch mit Robert Aerni
→ Wieder mal (R)AUSgehen
→ Kuhleben - vertauschte Kälber
→ Rassig
→ Schon gewusst? Warum man ein Gulasch lange kochen muss...
→ Lust auf beef? Johnny Cairoli verrät ein Familienrezept

→ Herumgekalbere

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Rundum die beef.ch in Agno

Ein Besuch im Tessin lohnt sich immer

Anlässlich des grossen Volksfests der “Fiera di San Provino” findet vom 10. bis zum 12. März 2018 in Agno die erste Tessiner beef.ch statt. Ausgestellt werden natürlich Mutterkühe mit Kälbern. Karussells, Live-Musik, Oldtimer-Traktoren und eine ganze Menge Marktstände mit lokalen Köstlichkeiten und Kunsthandwerk sorgen für Verpflegung und Unterhaltung.

Doch das Tessin hat auch sonst einiges zu bieten, warum also nicht gerade ein Wochenende hier verbringen? Bereits im März kann die Frühlingssonne tüchtig wärmen, es blühen vielleicht schon erste Kamelien und Magnolien.

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Agno ist das Tor zum Malcantone, eine für Wanderer und Biker attraktive Region zwischen Monte Lema und Luganersee. Neben malerischen Dörfern mit typischen Tessiner Steinhäusern, engen Gässchen und rustikalen Grotti ist die hügelige Region vor allem für ihre Kastanienbäume bekannt. Der Kastanienweg ist natürlich vor allem zur Marroniernte die Attraktion schlechthin, aber auch im Frühling sind die Kastanienhaine eindrücklich und der Weg bietet schöne Ausblicke ins Malcantone. (Hier geht's zur ausführlichen Dokumentation des Kastanienwegs)

Auch ein Spaziergang über die Seepromenade von Lugano oder ein Abstecher ins Swissminiatur sind von Agno aus gut möglich. Weitere Informationen und Ausflugstipps finden Sie zum Beispiel hier.

(Bild: www.ticino.ch)

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Stallgespräch

Sogar der Präsident der „Unione dei contadini ticinesi“ (Tessiner Bauernverband), Robert Aerni, wird mit Kuh, Kalb, Kind und Kegel an der beef.ch anzutreffen sein

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Vom 10. bis zum 12. März findet die erste beef.ch im Tessin statt. Sie wird im Rahmen der „Fiera di San Provino“ in Agno durchgeführt. Welche Bedeutung hat dieses Volksfest für die Tessiner Landwirtschaft?

Robert Aerni: Mit nur gut einem Prozent Beschäftigter im 1. Sektor hat die Landwirtschaft im Kanton Tessin eine deutlich geringere Bedeutung als im Schweizer Durchschnitt (3,3%). An der „Fiera di San Provino“ sind 97% der Besucher nicht-landwirtschaftlicher Herkunft. Somit ist dieses Volksfest für uns eine einmalige Chance, um ihnen die Landwirtschaft und die Liebe zum Land und den produzierenden Bauern näher zu bringen. Es wäre natürlich schön, wenn sich Auswirkungen im Konsumverhalten und bei zukünftigen Abstimmungen zeigen würden.

Welche Bedeutung hat die Mutterkuhhaltung im Tessin?

Robert Aerni: Es gibt wenige Mutterkuhhalter im Tessin. Da das Land gerade in der Talzone jedoch immer knapper wird, ist die

Mutterkuhhaltung durchaus eine gute Option für die Tessiner Bauern, vor allem in den Tälern. Bei der Wahl der Rasse sollte jedoch darauf geachtet werden, dass diese auch dem Standort angepasst ist und zur Ausrichtung der Agrarpolitik passt, wo immer mehr auf Extensivierung und Ökologie gesetzt wird. Unsere Rasse ist hierzu eigentlich nicht ideal.

Sie selbst halten Charolais-Kühe. Warum gerade Charolais, wenn Sie diese als nicht ideal bezeichnen?

Wir halten seit ca. 40 Jahren Mutterkühe, gehörten also zu den Pionieren. Dass wir Charolais gewählt haben, hängt wohl mit unserer Herkunft zusammen. Meine Familie stammt aus dem Berner Jura und diese weisse französische Kuh war uns einfach sympathisch. Die Rahmenbedingungen durch die Agrarpolitik und die Wünsche des Marktes haben sich stark verändert. Dies muss heute bei einer Umstellung auf Mutterkuhhaltung unbedingt berücksichtigt werden.

Werden Sie an der beef.ch in Agno anzutreffen sein?

Robert Aerni: Selbstverständlich! Als OK-Mitglied helfe ich natürlich beim Aufstellen und Abbauen und packe überall mit an, wo es nötig ist. Ausserdem werden wir eine Kuh und ein Kalb von unserem Betrieb ausstellen. Ich hoffe ausserdem, auch mit meinen Kindern das Volksfest zu geniessen.

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Robert Aerni bewirtschaftet mit seiner Frau Simona, seinem Bruder David und 2 Angestellten einen Betrieb in Gordola mit insgesamt 150 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Auf 65 ha werden Mais, Weizen, Soja und Gras angebaut, 55 ha sind Dauerwiesen und Weiden und 30 ha dienen dem ökologischen Ausgleich. Es werden 220 Tiere (davon 100 Mutterkühe) der Rasse Charolais gehalten. Seit 2017 wird der Betrieb nach den Anforderungen der biologischen Landwirtschaft bewirtschaftet.

In den Medien erscheint Robert Aerni nicht nur wegen seines Amtes als Präsident der „unione dei contadini ticinesi“, sondern auch alle paar Jahre wieder wegen Überschwemmungen in der Magadino-Ebene, welche den Betrieb zu einer Insel werden lassen. Für Neugierige hier ein paar Fotos vom November 2014.

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Wieder mal (R)AUSgehen

Veranstaltungshinweis: Referate von Anita Idel, Autorin von "Die Kuh ist kein Klimakiller"

Kuh ist kein Klimakiller

Anita Idel setzt sich dafür ein, dass der Wert der Weidetierhaltung für die Umwelt anerkannt wird. Und sie tut dies so fundiert und wirkungsvoll wie sonst kaum jemand im deutschsprachigen Raum. Ihr Buch „Die Kuh ist kein Klimakiller“ ist 2011 erstmals erschienen und wird zurzeit bereits in der sechsten Auflage verkauft.

An der Vereinsversammlung von Mutterkuh Schweiz in Brunegg am Mittwoch, 28. März 2018, geht Anita Idel der Frage auf den Grund, welche Bedeutung Kühe für Bodenfruchtbarkeit, biologische Vielfalt, Klima und Welternährung haben. Sie wird erklären, wie und weshalb die Weidetierhaltung eminent wichtig für eine nachhaltige Landwirtschaft ist. Anita Idel ist Tierärztin, Mediatorin und Buchautorin.

Vor und nach der Vereinsversammlung tritt Anita Idel an weiteren Anlässen in der Schweiz auf:

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Kuhleben

Vertauschte Kälber*

Wie erkennen sich eigentlich Kuh und Kalb? Vor kurzem haben gerade zwei unserer Mutterkühe am gleichen Tag ihre Kälber auf die Welt gebracht. Nach ein paar Tagen habe ich festgestellt, dass das Kalb von Kuh Berta immer bei Ilona liegt und dasjenige von Ilona bei Berta. Was war denn hier geschehen?

In der Natur oder auf der Weide sondert sich eine Kuh für die Geburt ab. Im Stall helfen wir ihr dabei, indem wir sie in eine separate Box bringen, wo sie viel Platz und ihre Ruhe hat. Unsere Box ist so gross, dass wir gleich zwei Kühe darin unterbringen können. Ilona und Berta wurden ein paar Tage vor dem errechneten Abkalbetermin zusammen in diese Box gebracht. Sie haben fast zeitgleich ihre Kälber geboren.

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Nach der Geburt leckt die Kuh ihr Kalb. So wird es getrocknet und sein Kreislauf angeregt. Beim Ablecken gibt die Kuh immer wieder Laute von sich. Es ist ein spezielles, typisches Muhen, an welchem das Kalb seine Mutter von nun an erkennen kann. Die Kuh prägt sich ausserdem beim Ablecken den Geruch und Geschmack ihres Kalbes ein und kann es in der Folge daran sowie auch am Aussehen und an der Stimme unter vielen Kälbern erkennen.

Kuh und Kalb erkennen sich also nicht von Natur aus, sondern müssen das Erkennen zuerst erlernen. Unsere Kühe Berta und Ilona haben wohl gleich nach der Geburt begonnen, das falsche Kalb zu lecken. So kam es zur Einprägung übers Kreuz. Da alle zusammen in der Herde sein werden,

spielt es eigentlich keine Rolle, ausser natürlich wenn wir mit den Kälbern züchten wollen. Dann ist es entscheidend, die leibliche Mutter für die Abstammung zu kennen. Ansonsten ist wichtig, dass jedes Kalb eine Mutter hat, die es säugt und zu ihm schaut.

*Nach einer wahren Begebenheit

(Bild: Thomas Butz)

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Rassig

Kennen Sie die Nachfahren der ersten Rinder in der Schweiz?

(Fortsetzung des letzten Beitrags „Gibt es eine Schweizer Mutterkuh?“)

Die ersten Spuren von domestizierten Rindern in der Schweiz wurden im Wallis entdeckt, nämlich ca. 6000 Jahre alte Knochen. Die Nachfahren dieser Rinder sind die Tiere der Rassen Eringer und Evolène, welche erst seit 1885 als zwei unterschiedliche Rassen gezüchtet werden. Forschungen haben gezeigt, dass diese Rinder – im Gegensatz zu den anderen Rinderrassen – nicht von den Kelten, sondern schon früher von Italien her in die Schweiz gebracht worden waren. Die Tiere beider Rassen sind trittsicher und anspruchslos bezüglich Futter und eignen sich sehr gut, um auch steile Alpwiesen zu beweiden.

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Die dunkelbraun bis schwarzen Eringer-Kühe mit den kräftigen Hörnern sind weltberühmt für ihr kämpferisches Temperament, welches sie zur Festlegung der Rangordnung und an den organisierten Kuhkämpfen zeigen.

(Bild: Martin Freund)

Evolener

Die Evolèner unterscheiden sich vor allem in der Farbe von ihrer berühmteren Schwester. Typisch sind weisse Flecken auf der Stirn und oft auch an Bauch, Schwanz und auf dem Rücken.

(Quelle und weitere Informationen unter www.mutterkuh.ch, www.raceherens.ch, www.evolener-zuchtverein.ch und www.prospecierara.ch)

Im nächsten Newsletter stellen wir Ihnen die Schweizer Mutterkuhrasse vor, welche dort zu Hause ist, wo dieses Jahr ebenfalls eine beef.ch stattfindet. Erraten Sie, welche Rasse es ist?

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Schon gewusst?

Warum man ein Gulasch lange kochen muss...

Eine Haxe will lange geschmort sein, ein Entrecôte nur scharf angebraten werden. Fleischstücke, welche vom Tier wenig beansprucht wurden und daher weniger Muskelmasse enthalten, werden als bindegewebearmes Fleisch bezeichnet. Dieses Fleisch ist zarter als die stärker beanspruchten muskulösen Partien, das sogenannte bindegewebereiche Fleisch. Das Bindegewebe (Kollagen) umgibt die Muskelfasern, es nimmt mit steigendem Alter des Tieres zu. Von Marmorierung redet man, wenn in das Muskelfleisch feine Fettadern eingelagert sind, die das Fleisch saftig und lecker machen.

Fleischpartien

Die wichtigsten Fleischstücke vom Natura-Beef*: 1 Stotzen, 2 Filet, 3 Nierstück, 4 Schulter, 5 Hals, 6 Federstück, 7 Lempen, 8 Brust, 9 Haxen.

Der Hinterviertel setzt sich zusammen aus Stotzen (1), Filet (2) und Nierstück (3). Diese Stücke gelten als Edelstücke, da sie wenig Bindegewebe enthalten. Die Edelstücke sind besonders zum Kurzbraten geeignet, so zum Beispiel die „Plätzli“, welche hervorragend aus dem Stotzen geschnitten werden können. Das Fleisch vom Vorderviertel enthält im Gegensatz zum Hinterviertel mehr Bindegewebe und muss daher länger gekocht werden. Langes Schmoren oder Sieden macht aus diesen Stücken saftiges, zartes Fleisch: Probieren Sie es aus mit einem Voressen aus dem Hals (5) oder einem köstlichen Braten aus der Schulter (4).

(Quellen und weitere Informationen: Kochbuch von Kathrin Sprecher „Kathrins Natura-Beef Fleischküche“ und www.schweizerfleisch.ch.)

*Natura-Beef steht für Qualitätsrindfleisch von Jungrindern aus Mutterkuhhaltung. Die Tiere leben zusammen mit ihren Müttern und ernähren sich hauptsächlich von Milch und Gras – mit täglichem Weidegang von Frühling bis Herbst und Auslauf im Laufhof während des Winters.

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Lust auf beef?

Der OK-Präsident der beef.ch in Agno verrät ein Familienrezept

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Johnny Cairoli hat uns dieses Rezept für einen Natura-Beef-Schmorbraten verraten. Typischerweise wird im Tessin Polenta als Beilage serviert. Hier geht's zum Rezept.

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Herumgekalbere

Welches Kalb gehört zu welcher Kuh?

Hilf den Kälbern ihre Mütter zu finden. (Druckversion)

Zusatzfrage: Wie erkennt die Mutterkuh ihr Kalb in der Natur? Die Antwort findest Du hier.


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Herausgeber: Beef Event / Mutterkuh Schweiz, Stapferstrasse 2, 5201 Brugg

www.beef.ch / www.mutterkuh.ch


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